Rügen - Klaipeda - Danzig - Rügen 25.05. - 07.06.2003
785 sm auf der "Seeteufel" (GibSea 36)

Interaktive Karte

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Samstag, 24.5.2003
Breege, Rügen -
Hiddensee

Nach der Ankunft in Breege gegen Mittag war erstmal Warten angesagt, da die "Seeteufel" noch nicht vom Vercharterer Mola für unseren zweiwöchigen Törn vorbereitet war.
Nach unserer SKS-Ausbildung in 2002 hatten wir uns vorgenommen, erst einmal einen längeren Törn mit einem erfahrenen Skipper zu unternehmen und so mehr eigene Erfahrungen, Tricks und Tips zu sammeln, bevor wir auf unseren ersten eigenständigen Törn gehen.

Geplant war der Törn mit drei Booten, aber durch einen vergessenen Reisepass dampfte das erste Boot gleich am nächsten Morgen zurück nach Breege. Wir sahen es erst kurz vor Ende des Törns in Stralsund wieder. So ging es mit zwei Booten weiter nach Klaipeda.


Kurs Klaipeda ...


Klaipeda Uferpromenade

Sonntag, 25.5.2003 bis
Dienstag 27.5.2003
Hiddensee -
Cap Ancona -
Klaipeda

Das hervorragende Essen im Restaurant Goodewind auf Hiddensee hatte sicherlich mit dazu beigetragen, das sich die Crew (Udo, Stefan, Maria, Lutz & Skipper Stefan) in lockerer Atmosphäre kennen lernen konnte. Bis zum Ende des Törns hielt die gute Stimmung an.

Um 5 Uhr wollten wir zusammen mit der "Carola" ablegen, was die "Carola" auch tat. Bei uns sprang der Diesel nicht an, da die Batterie (eine extra Starterbatterie gab es nicht) ihren Dienst versagte. Der Landanschluss war anscheinend am Vorabend nicht richtig angeschlossen worden und die Kühlbox hatte den Rest besorgt. Also Landanschluss erneut verlegen, starten, Landanschluss einholen und die nächsten Stunden motoren, um die Batterie wieder aufzuladen. Nach einiger Zeit hatten wir die "Carola" wieder eingeholt.

Bei rollierender Wacheinteilung von vier Stunden ging es vorbei am Kap Arkona und Bornholm weiter gen Osten - vorbei an Stellnetzen und Fischtrawlern. Dem drohenden Gewitter auf Höhe von Bornholm konnten wir mit nördlichem Kurs ausweichen. Hatten wir am Anfang noch guten Wind von achtern, so schlief er am zweiten Tag stundenweise völlig ein. So nutzen wir die Schwachwindphasen zur Übung des Schmetterlingsfahrens ohne Bullenstander. Aber von einer im Prospekt angekündigten rauschenden Überfahrt unter Spinnaker war wegen des Fehlens desselbigen nichts zu sehen.

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Teamwork ...


Crew der "Carola"


Land ...

 

Mittwoch, 28.5.2003
Klaipeda

Wir werden gerufen! Erst nach einer halben Stunde wurde uns klar, dass wir es sind, die von Klaipeda-Traffic verzweifelt angerufen wurden. Viel interessanter für uns waren nämlich mehrere stillgelegte Tanker auf Reede vor der Küste.

Nachdem wir über Funk unser Ziel bestätigt haben, wurden wir schon in der Hafeneinfahrt von einem Zoll-Schnellboot erwartet und zum Einklarierungspier an die Ostmole direkt neben der Fährenausfahrt gelotst. Nach ca. einer Stunde Wartezeit erschien endlich ein Van mit den zwei Grenzbeamten, die sehr zügig die Einklarierung vornahmen. Entgegen unserer Befürchtung gab es auch keine Probleme bei der Visaerteilung für unser US-Crewmitglied. Die gesamte Crew freute sich darauf, im gegenüberliegenden Yachthafen festmachen und vor allem duschen zu können.

Klaipeda präsentierte sich beim anschließenden Stadtbummel als eine sehr saubere, aufgeräumte Hafenstadt ohne Hang zum Perfektionismus. Beeindruckend war das ganz im Jugendstil gehaltene kleine Postamt.

Info Klaipeda

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Klaipeda
Galerie Klaipeda

Klaipeda Scraffiti
Scraffiti Klaipeda

Klaipeda Postamt im Jugendstil
Postamt Klaipeda

Donnerstag, 29.5.2003
Klaipeda -
Nida

Leinen los und anhand einer Kopie einer älteren Seekarte ging es dann in das Kurische Haff. Da auf unserem Boot das Lot ausgefallen war, übernahm das zweite Boot die Führung - bis zur ersten Gabelung. Das Aufsetzen im Schlick trug der Besatzung der "Carola" nicht nur einen Schrecken ein sondern verstopfte zudem noch den Seewasserkreislauf.

Nachdem wir die "Carola" frei geschleppt hatten, kam sie an den Hahnepott ins Schlepptau. Da der Motor nicht mehr in Gang zu bringen war, wurde die "Carola" an unserer Steuerbordseite vertäut. Der Stimmung tat dieses Malheur keinen Abbruch, denn beide Crews hatten jetzt die Gelegenheit, sich über die Bordwände hinweg besser kennen zu lernen. Gemeinsam liefen wir vorbei an Schwarzenort und den großen Wanderdünen bis in den Hafen von Nida.

Man sollte unbedingt im Fahrwasser bleiben, denn außerhalb wird es an vielen Stellen schnell äußerst flach. Da im Fahrwasser dicht unter der Wasseroberfläche noch vergessene Stellnetz-Stecken zu finden waren, empfiehlt es sich, einen Ausguck an den Bug zu beordern.

Dünen Kurisches Haff
Kurisches Haff - Dünen

Tokumaru
Schlepptau ...

Tokumaru
Längsseits geschleppt...

Freitag, 30.5.2003
Nida

Neue Hafenanlage, neu gepflasterte Strassen und Wege, frisch renovierte und gestrichene Reetdachhäuser und viele Neubauten verdeutlichen den Willen der Stadt, in Zukunft wieder ein Magnet für Erholungsuchende zu werden, die, wie Thomas Mann, ausgedehnte Spaziergänge über die Dünenlanschaften und durch die Wälder zum Ostseestrand unternehmen und in einem der Cafes oder Restaurants gut essen wollen. Auf den westlichen Dünen steht das Mahnmal für die Freiheit. An dieser Stelle hatte sich ein litauischer Dichter aus Protest gegen die restriktive sowjetische Politik in Litauen verbrannt.

Strom und Wasser sowie befriedigende Sanitäranlagen waren vorhanden. Gute Versorgungsmöglichkeiten bot der große Supermarkt in Hafennähe (5 Min.). Besonders empfehlenswert ist die reichhaltige leckere Auswahl an Gelee-Spezialitäten!
Neben verschiedenen Bernsteinmuseen ist insbesondere das kleine Heimatmuseum einen Besuch wert. Unter anderen erfährt man hier die Bedeutungen der hölzernen Windfahnen der Fischerboote. Sie zeigten nicht nur die Windrichtung, sondern gaben auch Auskunft über den Wohnort und die Anzahl der Kinder des jeweiligen Fischers an.

Im Hafen wurden auch Tagesausflüge mit dem alten, stabilen Fischerboot "Nida" angeboten. Wie stabil diese Boote sind, zeigte sich bei der Rückkehr einer sehr angeheiterten Ausflugsgesellschaft samt Skipper: Unter vollen Segeln rauschte die "Nida" durch das Hafenbecken und krachte mit dem Bug gegen die holzbeplankte Kaimauer. Am Boot war offensichtlich kein Schaden entstanden, der mächtige Holzbalken an der Kaimauer hingegen war gebrochen.Der Abend brachte uns noch ein Naturschauspiel mit Milliarden von einer Art nicht stechender Mücken, die in ihren Schwärmen wie Rauchwolken über dem Wald hin und her wogten.

Nida ist die größte Ortschaft und das Administrationszentrum von Neringa. Nida besitzt derzeit etwa 1550 Einwohner und im Sommer kommen etwa 50 Tausend Urlauber hinzu. Zum ersten Mal wurde Nida in den Dokumenten des Kreuzritterordens im Jahre 1385 als ,,Noyken“, ,,Noyden“ erwähnt. Gemäß den historischen Quellen sei das alte Dorf von Nida am Nordrand der Bucht des Grobstas-Hornes gewesen. Die zweite Stadt Nida wurde ca. 2 km südlicher von heutigen Nida gegründet. Im Jahre 1730 haben die zugewanderten Fischer neben der Parnidis-Bucht die dritte Stadt Nida gegründet. Drei ehemalige Dörfer - Nida, Skruzdyne und Purvyne - bilden heutzutage die Ortschaft von Nida. Nida liegt etwa 48 km von Klaipeda und 4 km von der Grenze des Kaliningrader Gebietes der Russischen Föderation entfernt. Früher wohnten hier vor allem Fischer; im 19. Jahrhundert wird Nida als Kurort berühmt.

Nida - ein sehr lohnendes Ziel für einen Ostseetörn.

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Nidden / Nida
Ehemaliges Bauernhaus

Nidden / Nida
Auf dem hohen Ufer


Gelee Spezialitäten

Nidden / Nida
Die "Nida"

Nidden / Nida Windfahne
Windfahne Detail

Nidden /  Nida  Mahnmal
Mahnmal

Samstag, 31.5.2003
Nida -
Juodkrante

Nach einem kleinen Schlag durch das Haff erreichten wir Juodkrante (Schwarzenort). Bedingt durch unseren Tiefgang war nur ein Festmachen an der äußeren Hafenmauer möglich.

Sehr lohnenswert ist ein etwa zweistündiger Streifzug durch den "Figurenwald" mit seinen litauische Märchengestalten, die von Holzbildhauer in einem gemeinsamen Projekt geschaffen wurden. Einen Abstecher wert ist auch der alte Friedhof. Die hölzernen Stehlen stehen nicht am Kopf- sondern am Fußende der Gräber.

Die Versorgungsmöglichkeiten waren schlecht. Es gab nur einen kleinen Laden mit dürftigem Angebot.

Juodkrante ist die zweitgrößte Ortschaft von Neringa. Sie liegt am Kurischen Haffs zwischen hohen parabolischen Dünen. Bei der Vorbeifahrt mit dem Boot bietet die Ortschaftein sehr dunkles Erscheinungsbild; deswegen nimmt man an, dass der Name "Juodkrante" von den zwei Wörtern: ,,schwarzes Ufer“ stammt. In den schriftlichen Quellen wurde Juodkrante zum ersten Mal im Jahre 1429 erwähnt. In den Jahren 1854- 1855 wurde bei Juodkrante 2250 Tonnen Bernstein gefunden und ausgegraben. Im Jahre 1882 wurden sehr wertvolle vorgeschichtliche Bernsteinerzeugnisse gefunden. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Juodkrante als Kurort mit europäischem Niveau berühmt. Auch heutzutage bietet Juodkrante Erholung und Ruhe.

Juodkrante
Juodkrante


Figurenwald


Friedhof

Sonntag, 1.6.2003
Juodkrante -
Klaipeda -
Ostsee

Nachdem wir schon in Nida unsere Seekarte berichtigt hatten, ging es problemlos zurück nach Klaipeda, wo wir nach einer Wartezeit von einer halben Stunde ausklarierten (vorher anrufen!). Die Grenzbeamten waren sehr nett und zuvorkommen.

Mit dem Auslaufen aus Klaipeda bei einem schönen NW4 nahmen wir unsere Wacheinteilung wieder auf. Die Umschiffung des russischen Hoheitssektors in Richtung Danzig erforderte von der Nachtwache ständige Positionsüberprüfungen.

Die ganze Nacht hindurch blieb der Wind konstant bei sternklarem Himmel und sehr gute Sicht.

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Klaipeda
Klaipeda

Maria Tokumaru
Mittagschlaf

Montag, 2.6.2003
Ostsee -
Danzig

Gegen Nachmittag erreichten wir den Stadthafen in Danzig. Die Marina mit ihren neuen niedrigen Schwimmstegen liegt im Herzen der Stadt schräg gegenüber vom Krantor.

Wir noch ausreichend Zeit für einen kurzen Stadtrundgang und den Besuch des maritimen Museums mit dem alten Frachter am Pier vor der Tür.

 

Danzig
Danzig - Crew

Dienstag, 3.6.2003 bis
Donnerstag, 5.6.2003 Danzig -
Ostsee-
Greifswalder Bodden -
Stralsund

Am Morgen ging es früh los und bei gutem Amwindkurs mit nur wenigen Schlägen entlang der polnischen Küste in Richtung Rügen.

Bei der Einfahrt in den Greifswalder Bodden tauchte querab gerade ein U-Boot der Bundesmarine ab. Gegen Abend erreichten wir den Stadthafen von Stralsund.

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Stralsund
Stralsund Traffic / Hafenmeister

Freitag, 6.6.2003
Stralsund -
Breege

Da der Schlag nach Breege nur ein paar Stunden dauert, hatten wir am Morgen noch Zeit für eine kurze Stadtbesichtigung von Stralsund und einen Besuch im sehr sehenswerten Merrwasser-Aquarium.

Leider hatten wir zum Schluss den Wind auf den Kopf, sodass wir den Tonnenstrich bis Breege unter Maschine liefen.


Aquarium
Samstag, 7.6.2003
Klarschiff & Abfahrt

Mit Klarschiff und Sachen packen verging der Morgen wie im Flug. Nach problemloser Rückgabe der "Seeteufel" an MOLA und der Seemeilenbestätigung im Seglerbuch ging es dann auf die lange Fahrt zurück nach Bayern.

Ein Dank an die Stefan und Udo sowie unseren Skipper Stefan- es war ein anstrengender, gelungener Törn ohne Starkwind oder Sturm. Dafür 3 sonnige Tage und ein wenig Nieselregen.


Udo und Stefan