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Wismar - Timmendorf
- Rerik - Burgstaaken - Nysted - Lemkenhafen - Maasholm - 12.08. - 31.08.2006 Zum Vergrößern der Bilder auf das jeweilige Bild klicken |
| Spannung pur vor
dem ersten Törn mit unserem eigenen Boot. Am gestrigen Abend sind
wir erst gegen 19 Uhr losgekommen. Die Vorbereitungen hatten doch mehr
Zeit in Anspruch genommen, als erwartet. Doch dafür war die Fahrt
bis zum Rasthof Fläming kurz vor Berlin problemlos. Es ist aber
ein eigenartiges Gefühl, auf der dreispurigen Autobahn vor Berlin
von lauter LKW eingekreist zu sein. |
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| Das Einkranen,
Maststellen und Segelanschlagen erfolgte gegen Mittag. Zu unserer Sicherheit
bei Starkwind verschraubten wir noch eine neue Einpickplatte im Cockpitboden,
die uns dankenswerter Weise unser Nachbar zu Hause hergestellt hatte.
Das Einpicken der Sicherheitsleinen an der Fußreeling erforderte
bei jedem Wechsel auf den anderen Bug ein Versetzen derselben. So, unser
Kalkül, brauchen wir die Leine nicht mehr versetzen und können
im schlimmsten Fall auch nicht außenbords geschleudert werden.
Neu justieren mussten wir unser auf 700 Höhenmeter (Allgäu)
eingestelltes Barometer. |
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| Tag der
"Anfängerfehler" - W 5-6 später abnehmend 2-3 und
Welle bis 1,5 m ... so der Wetterbericht. Als wir die Landabdeckung verlassen hatten, nahmen Wind und Welle rasch zu und wir beschlossen, zu reffen. Nachdem wir das Boot in den Wind gedreht hatten, verhakte sich das Groß beim Bergen, das Boot drehte weiter und der Wind erfasste die Fock und das Groß. Um den Druck zu reduzieren, warfen wir die Fock los, und die Schot rauschte aus - Achtknoten vergessen!Beide Segel unklar und in Legerwall. Wind und Welle trieben unsere "forget me not" rasch auf die Küste zu. "Motor an!" - doch der Zündschlüssel lag noch in der Kajüte (denn wir waren ja stolz unter Segel ausgelaufen). Stolpernd in die Kajüte, Zündschlüssel zum Glück rasch gefunden, zurück, Motor abgesenkt, Zündschlüssel gedreht - nichts! Batterieschalter steht noch auf aus. Mittlerweile war das Ufer schon bedrohlich nahe und der Kiel hatte eine erste Grundberührung. Da entdeckte
Lutz zwei Eisenstangen, die nur wenige Meter entfernt aus dem Wasser
ragten. In voller Montur sprang er über Bord und hielt das Boot
- eine Hand an der Eisenstange, die zweite an der Badeleiter - auf der
Stelle. Die Eisenstange hatte uns vor der Strandung gerettet. Welle um Welle stieg über das Heck ins Cockpit, zumal Lutz noch auf der Badeleiter stand. Jetzt unter Motor und gegen den Wind war es ein Leichtes, das Groß ganz zu bergen und auch die Fock wieder einzufangen. Völlig durchnässt beschlossen wir, Timmendorf anzulaufen. Zum Glück hatten wir das untere Steckschot eingeschoben, so dass die Kajüte trocken geblieben ist. Nach dem Wechsel der Klamotten gab es erst einmal eine heiße Suppe und eine Entscheidung: nie wieder so schlecht vorbereitet auszulaufen. Einer leichte Schramme im Gelcoat durch die Eisenstange und ein abgescherter Sicherungsstift am Ruderblatt waren glücklicherweise die einzigen Schäden. |
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| Der
gestrige Schock war am Morgen nach einem guten Frühstück einigermaßen
überwunden, die durchnässten Klamotten waren, mit Süßwasser
ausgespült, halbwegs trocken und der Südwind umwehte uns mit
lockeren 2 bft. |
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Montag,
15.8.2005 39,5 sm |
Unser erster großer
Schlag mit der Shark stand uns heute bevor. Doch leider war der Wind
sehr wechselhaft. Beim Ablegen um 8 Uhr gab es nur einen lauen O-1,
so dass wir das Salzhaff unter Maschine verließen. Als wir die
Wismarer Bucht erreichte, drehte der Wind auf N 2-3 und wir gingen an
die Kreuz Richtung Burgstaaken. Auf halber Strecke und mitten im Fahrwasser
Wismarweg kamen wir in dichte Nebelbänke bei gleichzeitig nachlassendem
Wind. Es wurde unheimlich, nur noch eine Sicht von 30 Metern zu haben
und nicht zu wissen, ob nicht gleich eines der vielen holzbeladenen
Frachter, die Wismar anlaufen, auf uns zudampft. Obgleich wir regelmäßig
Schallsignale abgaben waren wir nicht sicher, ob diese überhaupt
auf der Brücke eines Frachters gehört werden würde. So
holten wir die Segel ein und verließen so schnell wie möglich
unter Motorkraft das Fahrwasser und später auch die Nebelbänke. |
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| Für
Maria war ein neuer Übersetzungsauftrag hereingekommen und so blieben
wir in Burgstaaken. Lutz trampte nach Burg, um den Tank aufzufüllen,
da es im Hafen selbst nur Diesel gab. Da die Shark uns zu luvgierig
erschien, versetzen wir den Mast nach Achtern. Danach kam die hakelnde
Motorschaltung dran. Das Schaltpaneel im Cockpit wurde komplett auseinander
genommen und alle Teile und Züge neu gefettet. Danach schaltete
es sich wieder viel leichter. |
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| Noch ganz
richtig hatten wir uns nicht an die Motorschaltung gewöhnt. Statt
im Rückwärtsgang den Steg zu verlassen, brummten wir im Vorwärtsgang
leicht gegen denselben. Es knirschte kurz und das Glas unserer Zweifarblaterne
im Bug verschwand in Einzelteilen im Hafenwasser. Zum Glück gab
es vor Ort gleich zwei Schiffsausrüster und nach einer halben Stund
war der Schaden behoben. |
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Donnerstag,
18.8.2005 Freitag, 19.8.2005 Nysted |
Da Maria
weitere Aufträge erhalten hat blieben wir zwei weitere herrliche
Sonnentage in dem kleinen, beschaulichen Nysted, einer der kleinsten
dänischen Handelsstädte. Die Vergangenheit wird beim Anblick
der wohlerhaltenen Häuser in den schmalen Straßen gegenwärtig.
Vom Hafen aus hat man einen wundervollen Blick auf das Schloss Aalholm,
erbaut um 1200. Die Stadt Nysted ist gegenüber vom Schloss entstanden
und ursprünglich gehörten die Bürger der Stadt zum Schloss.
Im Jahre 1409 bekamen sie einen Freibrief, als Erik von Pommern die
Stadt Kaufstadtrechte gewährte. Das Stadtwappen zeigt natürlich
eine Kogge. Ein Rundgang lohnt ebenso wie ein Besuch im Restaurant Røgeriet
direkt auf der Hafenmole sowie der kleinen Ausstellung zum Windpark
"Nysted Havmøllepark". |
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| Erneut
ein schwachwindiger Tag. Nachdem wir das Fahrwasser Nysted hinter uns
gelassen hatten, ging es bei einem SO 1-2 durch den Windpark vor der
Küste. |
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| Lemkenhafen war ok für einen Zwischenstopp - aber nicht mehr. Am späten Nachmittag brachen wir auf zu unserer ersten Nachtfahrt nach Maasholm. Das GPS hatten wir mit einigen Wegpunkten gefüttert, die uns um das Schießgebiet Todendorf / Putlos herumführen sollten. Wir freuten uns auf eine ruhige Nachtfahrt bei einem angekündigten NO 2-4. Doch kaum hatten wir vor Lemkenhafen die Segel gesetzt, verließ uns der Wind völlig. Die See zog sich spiegelglatt und mit der untergehenden Sonne verzogen sich bald auch die letzten Wolken. Vollmond - Sterne und ein gedrosselt laufender Motor. Die Geschwindigkeit hatten wir so gewählt, dass wir mit Sonnenaufgang Maasholm erreichen werden. Alles war perfekt - bis auf den fehlenden Wind und die "falsch" stehenden Tonnen. Irgendetwas stimmte nicht - wir hielten doch genau Kurs. Bei der Überprüfung der GPS-Daten fanden wir dann den Fehler - ein Zahlendreher bei der Eingabe hatte unseren Kurs um 10 Grad verändert. Seitdem überprüfen wir gegenseitig die eingegebenen Daten im GPS. Nun auf dem richtigen Kurs näherten wir uns dem Kiel-Ostsee-Weg, auf dem reger Betrieb herrschte. Wir hielten auf das Heck eines Kreuzfahrtschiffes, um dieses sicher zu passieren. Es war jedoch ein unheimliches Gefühl, wenn in 200 Meter Entfernung ein Koloss von Schiff an einem vorbei rauscht. Wir waren froh, den Schifffahrtsweg hinter uns zu lassen. Auf unserem weiteren Weg bekamen wir zweifach Besuch von der Küstenwache, die wohl nachschauen wollten, wer mit gedrosselter Geschwindigkeit durch Schwärme von riesigen Quallen schippert. Kurz vor Massholm hielt erneut ein Schiff auf uns zu und stoppte in ca. 1sm Abstand. Es war äußerst unangenehm, die ganze Zeit beide Navigationslichter zu sehen und nicht zu wissen, ob der andere in Fahrt ist. Lutz nahm nach kurzer Weile unseren Suchscheinwerfer und leuchtete unseren Begleiter an. Der drehte daraufhin ab und zeigte nur noch Grün - blieb aber weiterhin in unserer Nähe bis wir in die Schleimündung einliefen. Mit Sonnenaufgang machten wir dann um 5:40 Uhr in Maasholm fest. |
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| Montag,
22.8.2005 Maasholm |
Hafentag. Ausgeschlafen. Später Spaziergang zum Naturerlebniszentrum Maasholm:1994 übernahm die Gemeinde Maasholm die Flugabwehr-Raketenstation Oehe. Gemeinsam mit Partnern aus Forschung, Naturschutz und Tourismus wurde in der Folgezeit Informationszentrum rund um die Themen Schlei und Ostsee eingerichtet. Ein Stück weiter, liegt eines der schönsten deutschen Vogelschutzgebiete. Am Rande lohnt der Besuch der kleinen Vogelwarte mit seiner kleinen, aber sehr informativen Ausstellung zur Landschaft und den Vogelarten. |
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| Zweifach haben wir heute vor dem Auslaufen (10:20 h)nach Laboe unsere Wegpunkteingaben im GPS überprüft. Nach dem Verlassen der Schleimündung kamen wir bei einem immer wieder wegbleibenden O-1-2 nur langsam voran. Auf Höhe der Süd-West-Tonne des militärischen Sperrgebietes vor der Schleimündung begegneten wir erstmals einer anderen Shark. Einhand war der Eigner aus Stade Richtung Heiligenhafen unterwegs. Noch zwei weitere Begegnungen, diesmal allerdings mit Schweinswalen, ließen den Schlag ein wenig abwechslungsreicher werden, denn ansonsten gab es nicht viel zu tun an Bord. Gegen 14:30 Uhr schlief der Wind mal wieder ein, sodass wir die letzte Stunde unter Motor in den Hafen von Laboe liefen. Die vielen Motorstunden der letzten Tage erforderten einen längeren Spaziergang zur nächstgelegenen Tankstelle (4 km). |
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| Endlich Wind. In der Nacht hatte der Wind SSW gedreht und frischte gegen Mittag auf 3 bft. auf. Kurzfristig entschlossen wir uns, doch noch heute nach Heiligenhafen zu segeln und warfen gegen Mittag die Leinen los. Unsere Wegepunkte hatten wir um das Schießgebiet Todendorf / Putlos herum gesetzt. Kurz nach dem Passieren der zweiten Tonne des Sperrgebietes hielt ein Wachkreuzer der Marine auf uns zu und forderte uns auf, noch bis 15 Uhr weiter nördlich wegen des Schießbetriebes mit scharfer Munition auszuweichen. Inzwischen hatte der Wind leicht abflauend auf Süd gedreht und auf einem gemütlichen Halbwindkurs hielten wir auf die Kardinaltonne Nord vor Heiligenhafen zu. Gegen 20 Uhr flaute der Wind ab und da wir keine Lust auf eine komplette Nachtfahrt bei 1-2 Knoten hatten, warfen wir gegen 20:40 den Motor an und bargen die Segel. Mittlerweile wurde es stockdunkel. Das GPS zeigte die Kardinaltonne-Nord recht voraus an. Mit gedrosselter Geschwindigkeit und Maria mit Suchscheinwerfer am Bug tasteten wir uns vorsichtig an die unbeleuchtete Tonne heran. Wir waren schon beeindruckt, wie riesig diese Tonne in 20 Meter querab aus der Dunkelheit auftauchte. Danach war es keine Schwierigkeit mehr, der gut beleuchteten Einfahrt nach Heiligenhafen zu folgen. Vollkommen fasziniert von den vielen Lichtern vergaßen wir, die Festmacher und die Fender vorzubereiten. So mussten wir zwei kleine Hafenrunden vor den Dalben im Yachthafen einlegen. |
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| Donnerstag,
25.8.2005 Freitag, 26.8.2005 Heiligenhafen |
Hafentag.
Erneute Übersetzungsaufträge. Zum Glück hat Heiligenhafen
WLAN, sodass wir dieses mal nicht auf die Suche nach einem Internetcafe
gehen mussten. Es blieb aber dennoch Zeit für einen kleinen Stadtbummel.
Ansonsten verging der Tag mit Lesen und einem DVD-Abend. |
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| Für
heute war nur ein kleiner Schlag nach Großenbrode vorgesehen.
Da wir jedoch einen schönen SW 4-5 hatten, nutzen wir diesen und
kreuzten mit viel Vergnügen noch eine Weile vor der Einfahrt Großenbrode.
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| Endlich
ein perfekter Segeltag - der erste auf unserem Törn. Bei halb bedecktem
Himmel und einem SW 4-5 konnten wir gleich nach dem Verlassen von Großenbrode
auf einem Amwindkurs direkt auf Wismar zuhalten. Nur unter Groß
und der Arbeitsfock erreichten wir bei ca. 0,5 m Welle laut GPS und
Logge eine V-Max von 7,4 Knoten. Vorbei an Dorsch-Angelbooten erreichten
wir bereits nach viereinhalb Stunden die Tonne 22 vor Wismar. Doch leider
hielt der Wind nicht durch. Schon beim Kurswechsel auf die Ansteuerungstonne
des Kirchdorf-Fahrwassers flaute er merklich ab um dann eine Stunde
später völlig weg zu bleiben. |
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Montag,
29.8.2005 Niendorf |
In Niendorf legten wir einen letzten Ruhetag vor unserer Heimreise ein. Neben einem kleinen Stadtbummel nutzten wir die Zeit zu einer gründlichen Durchlüftung des Bootes und Vorsortierung der Klamotten. |
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Dienstag,
30.8.2005 5,5 sm |
Ein letzter Schlag. Wir wollten unsere letzten Stunden auf diesem Törn auskosten und liefen nur unter Fock bei sehr schwachem Wind Richtung Wismar. Mittagessen und Kaffeepause erfolgten jedes Mal unter den Blicken der Ausflügler auf dem Ausflugsdampfer Wismar-Kirchdorf. Vorbei am Walfisch und den vielen Netzen schlichen wir uns mit schwerem Herzen in den Hafen Wismar zurück. |
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Mittwoch,
31.8.2005 Wismar |
Segel abschlagen, Mastlegen, Auskranen, Boot waschen und verzurren - so verging der Vormittag sehr rasch. Nach einem letzten Fischgericht am Alten Hafen von Wismar ging es dann zurück, mit erneuter Übernachtung in Fläming, nach Kaufbeuren. Ein nettes Bild gab unsere "forget me not" am Morgen neben dem Autotransporter voller neuer Porsche ab. |
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