Barth - Prerow - Altenhagen - Dierhagen - Barth -
Neuendorf - Glowe - Sassnitz - Thissow - Stralsund - Barth

27.05. - 25.08.2006
267 sm auf der "forget me not" (Shark 24 - 1712)

Interaktive Karte

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Sonntag, 23.7.2006
Barth

Unsere Anfahrt folgte dem bewährten Zeitplan des letzten Jahres: Samstag früh Boot und PKW beladen und am Nachmittag Autobahnfahrt mit nur einem Stop bis zur Raststätte Fläming kurz vor Berlin. Hervorzuheben an dieser Raststätte ist das sehr gute, preiswerte Essen und die sauberen Sanitäranlagen.

Am nächsten Morgen ging es nach ausgiebiger Dusche und einem tollen Frühstück weiter an Berlin vorbei Richtung Rügen. Am Nachmittag erreichten wir den Hafen des Barther Yachtservice. Barth hatten wir als Ausgangspunkt gewählt, weil wir unbedingt den Saaler Bodden erkunden und weiter rund Rügen in die polnischen Gewässer segeln wollten.

Nachdem wir das Boot abgestellt hatten, blieb genügend Zeit für einen Bummel durch das Städtchen. Der Hafen von Barth wurde neu umgestaltet. Polder mit Schnitzereien und andere Holzfiguren stehen entlang der Kaimauer. Erstaunlicherweise waren außer uns kaum Touristen zu sehen. Zu empfehlen ist ein Abendessen in der Vereinsgaststätte des Barther Segelvereins an der Westseite des Hafens. Auf der Terrasse kann man bei guten, preiswerten Gerichten den Seglern beim Einlaufen und den Drachenbootteams bei ihren lautstarken Übungsfahrten durch den Hafen zuschauen

Geschichte Barth


Barth Hafen

Lutz Tokumaru Barth
Holzschnitzereien


Evang. Gemeindezentrum

Montag, 24.7.2006
Barth

Vom Barther Yachtservice wurden wir nicht enttäuscht. Freundlicher Service, problemloses Einkranen, sehr saubere Sanitäranlagen und ausreichend Platz zum Abstellen für PKW nebst Trailer. Vor dem Einkranen wechselten wir noch Zündkerzen, Öl und Getriebeöl und fetteten den Schaft des Motors neu.

Beim Maststellen halfen uns unsere Stegnachbarn, die wir in den kommenden Wochen immer mal wieder treffen sollten. Es war ein älteres Ehepaar um die 70, die seit Jahren mit ihrer umgebauten Varianta "Jockeli" und Wohnmobil die Sommermonate an und auf der Ostsee verbringen.

Nachdem wir die Segel angeschlagen hatten, legten wir ab zum ersten Schlag durch den Barther Bodden in die Grabow. Zufrieden mit dem Trimm und mehreren Schlägen bei NNW-3 ging es am Abend zurück nach Barth.

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Zeesboot

Zeesboot

Dienstag, 25.7.2006
Barth -
Zingst -
Prerow

Immer noch müde von der Anfahrt und den Arbeiten des ersten Tages hatten wir nicht den Ergeiz, die morgendliche Öffnung der Meiningenbrücke zu erwischen - so stachen wir erst gegen Mittag mit Ziel Prerow in See.

Das Fahrwasser nach Zingst zweigt in der Mitte des Barther Boddens an Steuerbord des Barther Fahrwassers ab und geht bald über in den Zingster Strom zwischen den Inseln Oie und Kirr sowie der Halbinsel Zingst. Die beiden Inseln sind Vogelschutzgebiete. Hier begegnete uns das erste von vielen Zeesbooten mit ihren dunkelbraunen Segeln. Da wir gut in der Zeit lagen, rasteten wirt am Wasserwanderstützpunkt Zingst. Der Ort selbst war recht überlaufen und nach einer Stunde waren wir froh, wieder an Bord zu sein.

An Zingst vorbei segelten wir weiter bis zur Meinigenbrücke, wo wir nur kurz Kreise bis zur Öfnung drehen mussten. Insgesamt erfordert der Törn in die Boddengewässer wegen der sehr unterschiedlichen Wassertiefen des Reviers und der Häfen (Revierinfo) navigatorische Vorbereitungen, besonders für Boote mit größerem Tiefgang . Auch sollte man sich über die Schutzzonen des Nationalparks kundig machen, um späteren Ärger mit den Behörden zu vermeiden.

Kurz hinter der Meiningenbrücke zweigt das Fahrwasser des Prerower Stroms ab. Leider hatten wir den Wind von vorn, sodass wir durch das wunderschöne Naturschutzgebiet unter Motor bis Prerow dampfen mussten. Diese 4,5 sm Strom sollte man nicht verpassen.

An Prerow: 20:10 h

TIP: Autan und Mückennetz nicht vergessen!

Lutz Tokumaru
Zeesboot

Meinigenbrücke
Meinigenbrücke

Prerower Strom Tokumaru
Einfahrt Prerower Strom

Prerower Strom
Prerower Strom


Ausflugsdampfer

Mittwoch, 26.7.2006 bis
Donnerstag, 27.7.2006
Prerow

Prerow liegt auf dem Darß im Norden von Mecklenburg-Vorpommern. Der Darß, ein Teil der Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst, ist das größte Abtragungs- und Anlandungsgebiet an der südlichen Ostseeküste und wächst Jahr für Jahr weiter in das Meer hinein. Mit dem "Darßer Urwald" und seiner Umgebung sind große Teile dieser einmaligen Landschaft dem Nationalpark "Vorpommersche Boddenlandschaft" zugeordnet.

Der gut ausgebaute kommunale Hafen (Solltiefe 2,50m) befindet sich am Ende des Prerowstromes und verfügt über 50 Gastliegeplätze. Der Prerowstrom wurde zuletzt 2001 ausgebaggert. Moderne Sanitäreinrichtungen sind vorhanden.

Weil wir den Darß erkunden wollten, legten wir in Prerow zwei Hafentage ein. Die Suche nach einem Internetcafe am ersten Tag nutzten wir zu einem Rundgang durch Prerow. In den Seitenstrassen fanden wir eine ganze Reihe alter reetgedeckter Häuser mit den typischen Türbemalungen. Auch neue Häuser werden noch so gedeckt. Im Schnitt kostet ein Quadratmeter eingedecktes Reetdach um die 70 bis 80 Euro. Wurde früher das Reet vor Ort geschnitten, so kommt es heute von großen Reetfarmen aus Polen.

Am zweiten Tag liehen wir uns zwei Räder (3 Euro/Tag) für einen Ausflug in die Kernzone des Nationalparks "Vorpommersche Boddenlandschaft". Zahlreiche gut beschilderte Radwege durchziehen den Darß. Auch die Boddendörfern Wieck, Born sowie in die Künstlerkolonie Ahrenshoop sind nicht weit. Im Zick-Zack durch den Wald erreichten wir nach ca. einer Stunde den Nothafen Darßer Ort mit seinem Aussichtsturm. Von dort aus folgten wir zu Fuß dem lohnenswerten Rundweg durch das Naturschutzgebiet bis zum Strand und weiter bis zum Leuchtturm.

Sehenswert ist auch das Darß-Museum, ein Landschaftsmuseum für das Gebiet Fischland-Darß-Zingst. Ausstellungsinhalte sind Geologie, Ur- und Frühgeschichte, Fischerei, Segelschifffahrt, Botanik, Tiere im Nationalpark, Darßer Baukultur (u.a. geschnitzte, farbige Haustüren).

Die vielen Mücken aus dem Schilfgebiet waren nicht sehr angenehm. Bis Sonnenuntergang konnte man es im Cockpit gut aushalten und den unzähligen Schwalben bei der Jagd zuschauen. Noch nie hatten wir bislang Schwalben gesehen, die bis auf einen halben Meter an unseren Köpfen vorbei flogen und sich trotz unserer Anwesenheit in kurzer Entfernung auf den Festmachern niederließen. Nach Sonnenuntergang ist ein dicht schließendes Mückennetz unerlässlich. Wir haben zur Befestigung des Netzes um unsere Einstiegsluke herum selbstklebendes Klettband verwendet und die Ritzen vom Lukendeckel extra noch mit Kreppband abgeklebt. So dauerte die allabendliche Mückenjagd nur eine halbe Stunde ...

Prerow und Fischland-Darss-Zingst

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Prerow Hafen
Prerow Hafen

Prerow
Prerow

Prerow
Prerow

Prerow Reetdachhaus
Reetdach


Prerow

Prerow Schwalben
Schwalben am Heck

Schwalben
Schwalben am Bug

Freitag, 28.7.2006
Prerow -
Saaler Bodden -
Altenhagen

Ab Prerow: 11:15h - leider kam der Wind mit SO-3 genau von vorn und es blieb uns nichts anderes übrig, als den Prerow-Strom erneut unter Motor zu befahren. Mit sehr kleiner Drehzahl ging es erneut vorbei am Schilfsaum und einigen wenigen Kanuten und Anglern. Auf dem Weg vom Bodstedter Bodden zum Saaler Bodden, dem größten der westlichen Boddengewässer, muss man durch ein enges Fahrwasser zwischen kleinen Schilfinseln, die teilweise mit Bäumen bewachsen sind, den sogenannten Bülten, hindurchmanövrieren. An der engsten Stelle der Durchfahrt erfolgte unsere zweite Begegnung mit einem der wunderschönen Zeesboote.

Wie schnell man auf Schiet laufen kann, erfuhren wir bei der Einfahrt in den Saaler Bodden nach dem Passieren der letzen Tonne der Durchfahrt. Wir hatten dummerweise die nächste grüne Tonne übersehen. Segel runter, Motor an, Vollgas, rückwärts zurück zum Tonnenpaar, Segel wieder hoch, Motor aus und dann brav und geruhsam den grünen Tonnen gefolgt.

Unser Ziel, der kleine, gemütliche Fischerhafen von Althagen, einem Ortsteil von Ahrenshoop, befand sich gegenüber auf der Fischlandseite. Da wir Zeit hatten, legten wir noch ein paar Schläge auf dem Saaler Bodden ein.

An Althagen 17:25 h

Zeesboot
Bülten-Durchfahrt

Zeesboot
Zeesboot ...

Zeesboot
Zeesboot

Samstag, 29.7.2006
Altenhagen /
Ahrenshoop

Hafentag in Altenhagen, dem Hafen von Ahrenshop, einem Ostseebad mit Steilküste, gehobener Gastronomie, Boutiquen und Kunsthandwerk - vor allem Malerei - mit entsprechenden Ausstellungen.

Die Qualitäten der in den Galerien ausgestellten Arbeiten haben uns beim Rundgang durch Altenhagen/Ahrenshop nicht besonders beeindruckt. Durch Zufall sind wir in die Vorausstellung einer Auktion geraten, in der unter anderen auch einige der magischen Bilder des Malers Louis Douzette (1834 -1924) zu sehen waren.

Durch Zufall entdeckten wir das Cafe / Restaurant "Buhne 12", das nicht nur mit einer guten Küche aufwartet sondern von dessen Terrasse aus wir auch einen herrlichen Blick über den Strand hinweg auf die Ostsee genießen konnten (webcam).

Gleich hinter dem Restaurant liegt eine Siedlung mit reetgedeckten Häusern, durch die sich ein Streifzug lohnt. Zurück im Hafen wurden wir von unseren neuen Stegnachbarn auf ihrer erst kürzlich neu restaurierten Dehlanta begrüßt und zu einer Flasche Wein eingeladen. Rasch entwickelte sich die lockere Runde zu einem Austausch über Umbauten und Navigationshilfen.

Am Abend gastierte im Hafen Open-Air das Kabarett "Leipziger Pfeffermühle". Von unserem Boot aus hatten wir eine Art kostenlosen "Ehrenplatz". Die Aufführung und die Reaktionen der Zuschauer auf bestimmte Pointen machte uns deutlich, wie stark noch die DDR-Vergangenheit im Bewusstsein der Bevölkerung verankert ist.

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"forget me not" Tokumaru
Altenhagen Hafen

Altenhagen
Bunte Häuser

Ahrenshop Ostseestrand
Ahrenshop Strand

Altenhagen
Fischerpaar

Sonntag, 30.7.2006
Altenhagen -
Dierhagen

Ein herrlicher Segeltag - Sonne, W-3 und wenig Welle. So sind wir nach dem Auslaufen in Altenhagen um 10:45 mehrfach den Saaler Bodden zwischen Altenhagen und der Tonne Riebnitz hoch und runter gesegelt und haben einseitig mit den Zeesbooten kleine "Wettfahrten" veranstaltet. Wir hätten nicht gedacht, dass die massiven Zeesboote fast so schnell wie unsere Shark (Groß und Arbeitsfock) sind.

Das Ostseebad Dierhagen liegt an der Südwestseite des Saaler Boddens. Inzwischen ist der Ausbau des Hafens als Wasserwanderstützpunkt beendet und es empfing uns ein nett angelegter Hafen mit Slipbahn und guten Sanitäranlagen.

Um 16:45 legten wir dann in der äußersten Ecke des Hafens an - weit weg von der Musik des gerade stattfindenden Hafenfestes mit Showbühne, Kindereisenbahn, Bunjee-Hüpfstand und diversen Brat- und Bierbuden. Die Neugierde auf die Showband Remmy-Demmy hat uns dann doch in den Trubel gespült. Und nachdem wir beim zuvor stattfindenden Musik-Bingo auch noch ein Bier gewonnen hatten, blieben wir dann auch. Die Show war eine Mischung aus bayrischer Bierzeltatmosphäre und kühlem Ostseestrand unter freiem Himmel. Zum Glück fing es nach der Show an zu regnen, sodass die nachfolgende Disco rasch abgebrochen wurde und wir früher zu unserer Nachtruhe kamen.

Zeesboote
Begegnungen

Zeesboot Wettfahrt
Wettfahrt


Hafenfest

Montag, 31.7.2006
Dierhagen

Für Maria, waren neue Übersetzungsaufträge hereingekommen, sodass wir beschlossen, den Tag in Dierhagen zu bleiben. Während Maria am Computer arbeitete, nutze ich die Gelegenheit, endlich einmal lange und ungestört zu lesen.

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Dienstag, 01.8.2006
Dierhagen -
Barth

Schwachwindig begann die Rückfahrt nach Barth. Da wir aber Zeit hatten, genossen wir es, uns nur langsam, Sonne tankend, der engen Durchfahrt durch die Bülten zu nähern. Kaum hatten wir diese passiert, legte der Wind zu und wir erreichten den Bodstedter Bodden bei WSW-5 und Welle. Unsere Zeit bis zur Abendöffnung der Meinigenbrücke erlaubte es uns, zwei Stunden lang im Bodstedter Bodden zu kreuzen, Manöver zu fahren und das Beiliegen mit der Shark zu üben. Gleich nach dem Passieren der Meinigenbrücke fielen starke Gewitterböen über uns her und so liefen wir unter Maschine durch bis Barth (an 20:30h).

Brause
Brause

Mittwoch, 2.8.2006
Barth -

Hafentag. Vor unserer Fahrt nach Kaufbeuren zu einer familiären Angelegenheit braucht unser Trailer eine neue Kralle und einen neuen Stoßdämpfer dazu (empfehlenswert: Bosch-Service Goldenbogen in Barth - gut, zuverlässig und günstig)

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Donnerstag, 03.8.2006 bis
Montag, 14.8.2006
Kaufbeuren

Eigentlich sollte es nur ein dreitägiges Intermezzo zu zwei Geburtstagen sein. Doch der Komplettausfall unseres Arbeitslaptops, dem Eingang neuer Übersetzungsaufträge und der zweitägigen Einrichtung des neuen Laptops verzögerte nicht nur die Rückreise nach Barth erheblich sondern bedeutete auch den Abschied vom Plan, die polnischen Boddengewässer zu durchstreifen.



Dienstag, 15.8.2006
Barth

Heute wollten wir Richtung Hiddensee aufbrechen, doch bei dem Starkwind 6-7mit Böen bis 8 bft. blieben wir lieber im Hafen. Da das Wetter auch in den vorherigen Tagen sehr schlecht war, hatten wir nur wenige Segeltage verpasst. Dankenswerter Weise betreute der Barther Yachtservice während unserer Abwesenheit unser Boot und sicherte diese beim Einsetzen der Schlechtwetterperiode durch zwei zusätzliche Springs.

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Mittwoch, 16.8.2006
Barth -
Neuendorf (Hiddensee)

In der Nacht flaute der Wind auf WSW-5 ab und der Wetterbericht ließ auf einen schönen Segeltag bei O-3 hoffen. Leinen los und gleich nach dem Passieren der Hafeneinfahrt die Segel gesetzt. Der Ostwind war beständig und wir passierten mit mehreren Kreuzschlägen die Grabow. Als wir versuchten, im engen Fahrwasser südlich der Inseln Bock und Werder (gesperrte Vogelschutzgebiete) gegen den Ostwind aufzukreuzen, kamen wir nur bis zur Tonne 44, wo wir mit unserer "forget me not" schwungvoll, höchstens 2 Meter außerhalb des Tonnenstrich, ein Stück Land ergatterten. Wieder freigekommen legten wir den Rest der Strecke bis zum Abzweig nach Stralsund vor Barhöft unter Motor zurück.

Inzwischen hatte der Wind nachgelassen, sodass wir uns unter Segel nur langsam dem Abzweig nach Hiddensee näherten. Danach frischte der Wind wieder auf NO 3-4 und so konnten bis zum ersten Tonnenpaar des Fahrwassers zwischen Hiddensee und Rügen aufkreuzen. Von dort aus ging es unter Motor bis nach Neuendorf (an 20:10h).

Nach zwei vergeblichen Runden durch den überfüllten Hafen fanden wir dann doch noch eine Lücke. Gut, dass die Shark recht schmal ist.

Neuendorf
Neuendorf

Hiddensee Dühnenheide
Dühnenheide

Hiddensee
Hiddensee

Donnersatg, 17.8.2006
Neuendorf (Hiddensee)

Pech: am Vorabend wollten wir noch Essen gehen, aber die Küchen der in der Nähe liegenden Restaurants hatten bereits ab 21 Uhr geschlossen. Dabei hatten wir uns so auf ein Zanderfilet gefreut.

Glück: am nächsten Morgen beim Brötchen holen trafen wir einen Fischer, der uns riet, keine Fahrräder zu mieten, sondern zu Fuß die Dünenheide zu erkunden. Und er hatte recht: während es auf dem Fahrweg neben der Dünenheide nur so von Radfahrern wimmelte, hatten wir die Heidelandschaft fast ganz für uns. In den nächsten zwei Stunden trafen wir sechs Wanderer und zwei Fahrradfahrer, die fluchend ihre Räder durch den Sand schoben.

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Hiddensee Dünenheide Tokumaru
Blick Rtg. Rügen

Hiddensee
Blick Rtg. Süden

Freitag, 18.8.2006
Neuendorf -
Kap Arkona -
Glowe

Nachdem wir uns aus der Umklammerung der Festmacher der benachbarten Boote befreit hatten, legten wir gegen 9:h in Neuenburg ab. Im letzten Moment verfing sich der Bootshaken in einem der Festmacher und so fuhren wir eine Rettungsrunde durch den Hafen bevor wir bei O-3 und Sonnenschein in Richtung Kap Arkona ausliefen. Der Wind frischte langsam aber stetig weiter auf, bis wir ab Höhe Dranske gegen einen steifen O-5 ankreuzen mussten.

Je näher wir Kap Arkona und damit aus der Landabdeckung kamen, umso höher wuchsen die Wellen. Wir beschlossen, Kap Arkona bei ca. 1,50 Welle in einem weiten Bogen zu umrunden (14:45h), da uns die Wellen dicht vor der Küste noch höher erschienen. Nach ddem Passieren des Kaps konnten wir auf einem schönen Halbwindkurs direkt auf Glowe anlegen.

Bei Regenschauern machten wir um 16:30 h in Glowe im Windschatten einer wuchtigen Motoryacht fest. Die neue Hafenanlage mit seiner Aussichtsplattform und den sehr sauberen Sanitäranlagen hat uns gefallen. Nur der aufgewühlte Schlick im Hafen roch nicht gerade angenehm.

Tip: Gute Fischgerichte im Gasthaus SCHAABE (ca. 10 Min.)

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Cap Arcona
Kap Arkona

Lutz Tokumaru
Kurs Glowe

Samstag, 19.8.2006
Glowe -
Sassnitz

Da Sassnitz nicht weit entfernt liegt, brachen wir erst gegen 13:00h bei halb bedeckten Himmel und einem SW-3 auf. Auf Höhe der Großen Stubbenkammer änderten wir den Kurs und kreuzten entlang der Kreideküste gen Süden. Den Kaiserstuhl passierten wir um 16:00h dicht unter Land, sodass die Urlaubs-Fotografen auf der Aussichtsplattform neben den Kreidefelsen auch noch eine Shark 24 auf ihren Bildern mit nach Hause nehmen konnten.

Leider schlief kurz darauf der Wind völlig ein und die See zog sich glatt. Dies war die Gelegenheit für uns Angler-Laien, unseren neu gekauften Wobbler an unserer neu gekauften Angel ein Bad in der Ostsee zu gönnen. Den ebenfalls neu gekauften Pilker, der eigentlich zum Einsatz kommen sollte, fanden wir erst beim Ausräumen des Bootes wieder (war logisch gut, erinnerungstechnisch jedoch schlecht verstaut). Gefangen haben wir nichts, wissen jedoch jetzt genau, wie viele Zentimeter Schnur bei einer Trommelumdrehung sich abspulen.
So ließen wir uns fast zwei Stunden vor der Kreideküste treiben und genossen die Sonne. Da der Wind sich nicht wieder erhob, legten wir dann die letzte 5 sm nach Sassnitz mit Motorkraft zurück.

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Taucher vor Rügen


Kreidefelsen

Maria Tokumaru
Angelversuch

Sonntag, 20.8.2006
Sassnitz -
Thissow

Ab Mitternacht legte kam Wind wieder. Für heute waren SW-4 und Schauerböen angesagt. Beim Ablegen um 12:20h war die Welt noch in Ordnung und wir kreuzten in langen Schlägen über die Prorer Wiek Generalkurs Nordperd.

Nach etwa einer Stunde zog über Prora hinweg ein pechschwarzes Gewitter auf, das Richtung Sassnitz zog und die Stadt samt der Küstenregion völlig verschluckte. Da der Himmel sich über Binz und Sellin auch immer weiter zuzog, verlegten wir unsere Kreuzschläge weiter nach Osten, um nicht in die Gewitter hinein zu kommen.

Es klappte auch ganz gut, bis wir das Nordperd umrundet hatten und auf neuen Kurs Richtung Südperd waren. Das Gewitter über Sellin kam zurück. Wir bargen alle Segel, starteten den Motor und setzen unsere Lichter. Kaum hatten wir alle Luken dicht, prasselte der erste Schauer auf uns herab. Er war so dicht, dass die Sicht nur noch 40 Meter betrug. Die Windzeichnungen in den Wogen verschwanden im Schauer und das Wasser bekam einen metallischen Glanz. Es folgten die ersten Blitze samt gleichzeitigen mächtigen Donnerschlägen. Wir hielten uns von allen metallischen Gegenständen auf unserem Boot fern. Eigenartiger Weise befiel uns beide keine Angst. Es war mehr das Gefühl der Ohnmacht, die tief in uns zwar eine Furcht näherte, uns aber gleichzeitig in Erwartung eines Schicksalsschlages ruhig und besonnen blieben lies.

Als sich die Schauer lichteten konnten wir mächtige Blitze beobachten, die vielfach in die Greifswaltder Oie einschlugen. Auch tauchten jetzt die anderen Segelboote aus den Schauern wieder auf. Da wir rasch aus dem Gewitter heraus wollten, motorten wir bis zum Südpert. Als wollte sich der Himmel entschuldigen, stand über unserem der Einfahrt zum Fahrwasser Thissow ein Regenbogen.

An Thissow 18:15h

Gewitter
Sassnitz im Gewitter


Rundum Gewitter

Klein Zicker
Klein Zicker

forget me not
Thissow Hafen

Montag, 21.8.2006
Thissow

Am Morgen waren unsere Klamotten, die wir am Vorabend im Vorraum der sauberen Sanitäranlagen des kleinen Fischereihafens ausgelegt hatten, wieder trocken.
Lohnenswert ist eine Wanderung über den Kleinen Zicker mit einer schönen Aussicht auf den Rügischen Bodden. Leider drohten weitere Gewitter und nach zwei Regenschauern zog es uns zurück zu unserem Boot.

Sehr empfehlenswert ist das Hafenrestaurant. Hier hatten wir unsere besten Fischgerichte der gesamten Fahrt. Auch die Qualität des frischen Räucherfisches aus der angeschlossenen kleinen Räucherei ist Spitze.

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Klein Zicker
Klein Zicker

Thissow Hafen
Thissow

Dienstag, 22.8.2006
Thissow -
Stralsund

Mal wieder den Wind fast von vorn. Bei WSW-4 liefen wir in den Rügener Bodden aus und kreuzten Schlag um Schlag Richtung Einfahrt des Stralasundes. Immer wieder drohten Gewitter, die jedoch nördlich von uns über Rügen hinweg abzogen. Auf Höhe Puttbus konnten wir genau nördlich einen kleinen Tornado entdecken.

Als sollte es so sein: kaum erreichten wir den Strelasund, drehte der Wind auf NW 2-3 und flaute langsam aber stetig weiter ab. Dafür erschien die Sonne und wir hatten auf unserer Kreuz noch einen wunderschönen Segelabend mit beeindruckendem Abendhimmel über Stralsund. Zum Glück passierte ein Schlepper die Ziegelgrabenbrücke und wir konnten mit hindurchrutschen.

Fest Stralsund Yachthafen: 21:55h
Info: Brücken in MV mit Daten und Öffnungszeiten


Tornado

Stralsund Skyline
Kurs Stralsund

Donnerstag, 23.8.2006
Stralsund

Nach einem kleinen Stadtbummel besichtigten wir den Traditionssegler Gorch Fock I, der erst vor wenigen Jahren vom "Tall-Ship Friends e.V." aus Russland zurückgekauft wurde, wo sie seit dem Ende des zweiten Weltkrieges unter dem Namen "TOWARISCHTSCH" lief. Infos: Gorch Fock I

Sehenswert ist die kleine Ausstellung im "Pyloneum" mit Daten und Bildern von der Errichtung der neuen Rügenbrücke, die schon jetzt vollkommen die Skyline von Stralsund verändert hat. 600 Meter lang und 42 Meter hoch ist die Brücke. Die gesamte Strelasundquerung wird etwa vier Kilometer lang und soll im Sommer 2007 fertig gestellt sein.

Gorch Fock I
Gorch Fock I

Stralsund
Stralsund

Donnerstag, 24.8.2006
Stralsund -
Barth

Ab Stralsund 11:50h - Entgegen der Wettervorhersage hatte der angekündigte NW-3-4 nur maximal 2-3 bft. im Gepäck. So hatten wir eine geruhsame Kreuz bis zum Abzweig Hiddensee. Im Fahrwasser Richtung Bahöft verließ uns der Wind und wir liefen unter Motor bis zum Abzweig in die Boddengewässer.

Ab Barhöft (15:35h) setze wieder ein leichter Wind aus nördlicher Richtung ein und wir konnten gemütlich unter Fock dem Fahrwasser in die Grabow folgen. Am letzen Tag hatten wir es wirklich nicht eilig, denn wir wollten die letzten Stunden auf dem Wasser auskosten. Bei Sonnenuntergang liefen wir unter Fock und mit schwerem Herzen in Barth ein. Noch ein letztes Abendessen im Barther Segelverein und unser Törn war vorüber.

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Stralsund Hafenmeister
Stralsund Hafenmeister

Stralsund Skyline
Skyline Stralsund

Freitag, 25.8.2006
Barth

Nun ja - zum Schluss das Übliche: Segel abschlagen, Mast legen und verzurren, Auskranen, Boots- und Motorwäsche, Klamotten ausräumen, Mast und Boot zum Trailern verzurren. Die Rückfahrt nach Kaufbeuren erfolgte wieder mit Zwischenstopp in der Raststätte Fläming.

Lutz und Maria Tokumaru
Bis bald - Maria & Lutz